Über uns / About Us

English

Wer sind wir? 

Die wissenschaftliche Arbeitsgruppe “Feministische Perspektiven in der Medizin- und Bioethik” (FME) hat sich im Jahr 2021 unter dem Dach der Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (AEM) gegründet [1].

Unter feministischer Medizin- und Bioethik verstehen wir die machtkritische Analyse ethischer Probleme in den Biowissenschaften, der Medizin und dem Gesundheitswesen. Sie wird von den Wissensbeständen feministischer Philosophie informiert und von einer eigenen Forschungsethik geleitet. So ist feministisch-informierte Forschung etwa sensibel für die Wahl des epistemologischen Zugangs, die potentiellen gesellschaftlichen Auswirkungen von Forschung oder für Machtunterschiede zwischen Forschenden und Forschungssubjekten. Sie setzt sich zudem dafür ein, Mitglieder marginalisierter sozialer Gruppen und deren Perspektiven in den akademischen Diskurs einzubeziehen und Teilhabebarrieren abzubauen. Dafür orientiert sie sich an kritischen Ansätzen, wie z.B. aus den Gender- und Queer Studies, Black und Decolonial Studies, Science and Technology Studies oder Disability Studies.

Vor der Gründung der AG stand die Beobachtung, dass feministische Ansätze aus dem internationalen Diskurs der Medizin- und Bioethik kaum wegzudenken sind, im deutschsprachigen Diskurs bislang jedoch überwiegend implizit bleiben [1].

Was sind unsere Ziele? 

Wir engagieren uns daher für die Sichtbarmachung, Stärkung, Vernetzung und Etablierung feministischer Ansätze sowie einer feministischen Forschungsethik in der deutschsprachigen Medizin- und Bioethik. Wir schaffen eine Plattform für interdisziplinären Austausch und wollen Wege der Kooperation mit nicht-akademischen Akteur*innen anbahnen. Unsere Anliegen und Interessenschwerpunkte sind vielfältig, sowohl in theoretischer als auch in praxisbezogener Hinsicht. So arbeiten etwa einige von uns daran, die Potentiale des feministischen Schlüsselkonzepts der ‚Intersektionalität‘ für die Forschung im Feld der Medizin- und Bioethik zu erschließen. Andere haben sich der Frage zugewandt, wie feministisch-informierte Perspektiven in die klinische Ethikberatung eingebracht werden können. Ebenfalls beschäftigen wir uns mit Themen wie reproduktiver Gerechtigkeit, feministischem Posthumanismus oder Diversität in den medizinethischen Instituten in Deutschland. Dabei verstehen wir uns als eine sich im Werden befindende AG, die sich konstant austauscht, mit Kritik auseinandersetzt und weiterentwickelt.

Wie arbeiten wir? 

Wir treffen uns als AG mehrmals im Jahr in Präsenz oder virtuell, um uns auszutauschen. Hierzu laden wir auch Gastsprecher*innen ein oder stellen eigene wissenschaftliche Arbeiten vor. Da wir diverse Themen bearbeiten, haben wir darüber hinaus unsere Arbeit in Subgruppen organisiert. Diese treffen sich regelmäßig virtuell. Aktuell arbeiten wir zu folgenden Schwerpunkten: 

·       Digitalisierung

·       Intersektionalität

 ·      Klinische Ethik 

·       Reproduktionsmedizin

·       Theorien und Methoden 

Sowohl in der Arbeitsgruppe als auch in den Subgruppen werden gemeinsame Publikationen umgesetzt oder Formate wie Workshops organisiert.

Wer sich für die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe oder einer der Subgruppen interessiert, wende sich bitte per E-Mail an die Organisator*innen. Auch für die Gründung neuer Subgruppen sind wir offen (hierfür bitte an Regina Müller regina.mueller[at]uni-bremen.de) wenden). 

Wir haben eine E-Mail-Liste, die wir zum Versenden von Veranstaltungen etc. nutzen. Um bei der Liste zu subscriben, nutzt bitte diesen Link: https://listserv.gwdg.de/mailman/listinfo/aem-fem. Bei Fragen oder Problemen wendet euch an Merle Weßel (merle.wessel@hannover-stadt.de)

Wir bemühen uns darum, einen diskriminierungssensiblen Raum zu schaffen [2], in dem diskriminierende Strukturen, basierend etwa auf Transfeindlichkeit, Rassismus, Heterosexismus, Ableismus oder Klassismus, offengelegt und kritisiert werden können.

Alle Personen, die sich aus wissenschaftlicher Perspektive für feministische Themen und Ansätze in der Medizin- und Bioethik interessieren, sind herzlich willkommen! 


English Version

About us

„Feminist Perspectives in Medical and Bioethics“ (FME) is a Research Working Group founded in 2021 as part of the German Academy of Ethics in Medicine (AEM) in 2021 [1].

At the beginning, there was an observation: while feminist approaches have become an integral part of the international discourse on medicine and bioethics, they have remained marginal in the German-language discourse [1].

We understand feminist medical and bioethics as a critical analysis of power structures regarding ethical problems in medicine, healthcare (systems), and life sciences. In our understanding, feminist medical and bioethics are informed by feminist philosophy, guided by a particular research ethics. For example, research that is informed by feminist ethics is sensitive to the choice of epistemological resources, the social impact of research, and power asymmetries between researchers and research subjects. It is also committed to include members of marginalized social groups and their perspectives in academic discourse as well as to break down barriers to participation. Feminist medical and bioethics are welcoming critical approaches, such as those from gender and queer studies, Black and decolonial studies, science and technology studies, or disability studies.

Our goals

We want to establish and strengthen feminist approaches as well as feminist research ethics in German-speaking medical ethics debates. We offer a platform for networking, interdisciplinary exchange, and initiatives for cooperation with non-academics. Our interests are diverse, both in theoretical and practical terms. For example, some of us are working on the feminist concept of ‘intersectionality’ for medical research; others have turned to the question of feminist clinical ethics consultation. We also deal with topics such as reproductive justice, feminist posthumanism or diversity in medical ethics institutes in Germany. We understand our working group as constantly developing, continuously exchanging ideas, and fostering critique.

Our work

We meet several times a year in person or virtually to exchange ideas. We invite guest speakers and/or present our own research. As we work on various topics, we have organized our work into subgroups. These subgroups meet regularly online. Currently we are working on

Members of the working group as well as of the subgroups aim towards joint publications, or they organize workshops or other forms of collaboration. If you are interested in joining the working group or one of the subgroups, please contact the organizers by e-mail. We are also open for the foundation of new subgroups (please contact Regina Müller: regina.mueller[at]uni-bremen.de).

We also have a mailing list to share relevant information, calls etc. You can subscribe via this link: https://listserv.gwdg.de/mailman/listinfo/aem-fem. In case of questions or problems please contact Merle Weßel (merle.wessel@hannover-stadt.de).

We want to create a discrimination-sensitive space where discriminatory structures based on transphobia, racism, heterosexism, rejectionism or classism can be addressed and critiqued [2].

All persons interested in feminist topics and approaches in medical and bioethics from a scientific perspective are welcome!